Impulse · Gebet · Vertrauen · Vergebung
Wie ein Kind zum Vater
Die Jünger fragen Jesus, wie sie beten sollen. Er lehrt sie das Vaterunser – ein Gebet wie das Gespräch eines Kindes mit seinen Eltern.
Marek Stejskal ·
Die Frage aus dem Leben
Wie kann ich beten, wenn mir die Worte fehlen?
Aus der Bibel
Und es geschah: Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat! Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Die ganze Geschichte: Lukas 11,1–4 – auf Bibleserver lesen (öffnet in neuem Tab)
Impuls
Die Jüngerinnen und Jünger fragen Jesus, wie sie beten sollen. Er lehrt sie das Vaterunser. Schon die Anrede sagt viel: Wir stehen Gott so nahe wie ein Kind seinen Eltern. Ein Kind wendet sich vertrauensvoll an sie, wenn es Trost oder etwas braucht, und umarmt sie, um Dank und Liebe zu zeigen. Gottes Name sagt, dass er immer da ist, unabhängig von den Umständen. Und sein Reich ist eine Welt, in der Dankbarkeit, Liebe, Barmherzigkeit und Hingabe gelebt werden und alle Menschen Gerechtigkeit erfahren.
Lukas überliefert die kürzere Form des Gebets; die längere Form, wie sie heute gebetet wird, steht bei Matthäus 6,9–13. Gottes Wille geschieht, wo Menschen in Vertrauen und Liebe mit Gott und miteinander leben: im Gebet verbunden bleiben, Notleidenden helfen und auf sich selbst achtgeben. Menschen sind bedürftig – sie brauchen Essen, Trinken, einen sicheren Ort und die Erfahrung, geliebt zu werden. Gott darum zu bitten, bewahrt davor, in Sorgen zu versinken. Und weil jeder Mensch früher oder später schuldig wird, schenkt Gott die Kraft der Vergebung: um Verzeihung bitten, verzeihen und immer wieder neu beginnen.
Die Versuchung besteht darin, Frieden und Freude ohne Gottvertrauen, Liebe, Mitgefühl und Hingabe finden zu wollen – möglichst schnell, möglichst einfach, oft auf Kosten anderer. Davor bitten wir bewahrt zu werden. Und wir bitten, vom Bösen erlöst zu werden, auch vom Bösen in uns selbst. Jesus wurde vor dem Bösen nicht bewahrt, aber er hat gezeigt, dass Vertrauen und Liebe es besiegen. Gott hat immer das letzte Wort.
Zum Nachdenken
Welche Bitte des Vaterunsers spricht dich heute am meisten an?
Nimm dir einen Moment. Du musst die Antwort niemandem zeigen.
Ein kleiner Schritt
Bete heute das Vaterunser langsam und halte bei der Bitte inne, die dich gerade besonders betrifft.